Opium
From S23Wiki
Opium ist der an der Luft eingedickte Milchsaft, der aus geeignet angeritzten, unreifen Samenkapseln des Schlafmohns quillt.
[edit] Die Inhaltsstoffe des Opiums
Die Zusammensetzung des Alkaloidgemischs ist je nach Mohnsorte, Anbaugebiet und Aufbereitung sehr variabel (KRIKORIAN und LEDBETTER 1975).
1. Abkömmlinge des Isocholins
Gnoskopin*
Hydrokotarnin*
Kodamin*
Kryptopin*
dl-Laudanin*
Laudanindin (= Tritopin)*
Laudanosin*
Norlaudanosin*
Narcein (= Narceinum) 0,1-0,2%
1-Narkotin (= Narcotin = Noskapin) 1-11%
Oxynarkotin*
Papaverin 0,5-1%
Protopin*
(auch in Papaver rhoeas,
Argemone mexicana und
Eschscholzia californica)
Reticulin*
Xanthalin (= Papaveraldin)*
II. Basen, die beim Abbau Phenanthrenderivate ergeben:
Codein 0,2-4%
Morphin 2,8-23%
Neopin*
Porphyroxin*
Pseudomorphin,
Thebain (auch in Papaver bracteatum) 0,1-4%
III. Andere Basen
Lanthopin*
Mekonin*
Oripavin* (auch in Papaver orientale)
Papaveramin*
Rhoeadin*
Die mit * gekennzeichneten Alkaloide kommen nur in Spuren vor.
Quelle: Christian Rätsch, "Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen"
[edit] Wirkung
Opium ist ein von Alters her bekanntes, enorm effizientes Schmerzmittel. Daher kommen Opiate (die Inhaltsstoffe des Opiums bzw. Schlafmohns, z.B. Codein, Morphin) und Opioide (mit Opiaten verwandte, evtl. chemisch abgewandelte Opiate, z.B Heroin) in der Medizin bei starken Schmerzen zum Einsatz, besonders wenn andere Schmerzmittel versagen. Der Rausch gerauchten Opiums ist schwer zu beschreiben, definitv aber sedativer, also betäubender Natur. Opium wirkt leicht atemdepressiv, auch hustenhemmend (in der Medizin setzt man zu diesem Zweck auch heute noch manchmal Codein ein). Opiate und die meisten Opioide haben aufgrund ihres Wirkprinzips ein recht hohes Suchtpotential, daher sollte man solche Substanzen nur mit entsprechender Vorsicht verwenden.
[edit] Konsumformen
Opium wird normalerweise in langstieligen Pfeifen geraucht, aber auch (z.B. in Europa) einfach in eine Mische eingeknetet und in der Bong geraucht. Opium kann auch gegessen oder im Tee getrunken werden. Bekannt ist auch die sog. Opiumtinktur (vgl. Laudanum), eine alkoholische Opiumlösung, die in Getränke oder auf Rauchwaren getropft wird. Zum Rauchen wird meist weiterverarbeitetes "Rauchopium" verwendet, im Vergleich zum Rohopium.
In der Literatur wird bei Überdosierungen von Opium oder auch Morphin Atropin als Gegengift angegeben. Mit Atropin sollte man sehr vorsichtig umgehen, da es seinerseits recht gefährlich wirkt, wenn es
falsch dosiert wird.

