Ketamin

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[edit] Ketamin

Ketaminnatrium, Special K, K, Keta, Lady K

Reines Ketamin ist ein kristallines, weißes, geruchloses pulver mit uncharakteristischem, leicht bitter-metallischem Geschmack. Es hinterläßt keine Betäubung auf der Zunge.

[edit] Ketamin in der Medizin

Ketamin ist ein potentes, schnell wirkendes Analgetikum und Narkotikum, das als Medikament des Notarztes in weiter Verwendung ist. Medizinische Vorteile sind:

  • bei i.V. injektion unmittelbarer Wirkungseintritt
  • kaum Atemdepression, daher auch ohne Anästhesisten einsetzbar
  • keine Blutdrucksenkung
  • sehr ausgeprägte analgetische Wirkung

Eine Rauschwirkung tritt bei unterdosierung '(!)' oder beim Aufwachen aus einer Narkose ein.

[edit] Darreichung

Ketamin wird i.d.R. geschnupft oder als salzwäßrige Lösung i.M. injiziert (i.V. injektion ist nicht sinnvoll, um einen Rauschzustand zu erleben, da bei dieser Darreichungsform die Atmung kurz gehemmt werden kann)

Eine typische Rauschdosis liegt bei 1 mg/kg, eine Narkosedosis bei 4 mg/kg. Hohe Dosen können zum Tode führen.

Bei i.M. Injektion oder Insuffulation (schnupfen) treten erste Wirkungen nach 2-3 Minuten auf, die volle Ausprägung nach 6-8 Minuten. Nach 15-30 Minuten ist der eigentliche "Trip" vorbei, nach 120 Minuten sind nur noch Restwirkungen spürbar.

[edit] Symptome

Je nach Dosis treten folgende Symptome auf:

  1. Analgesie
  2. Betäubung des Tastsinnes
  3. Betäubung von Geschmacks- und Geruchssinn
  4. Lähmung des Verdauungstraktes
  5. Sprachstörungen, Koordinationsstörungen
  6. Verlust der Fähigkeit, visuelle Eindrücke zu verarbeiten - man sieht noch, kann aber nichts Fixieren und mag auch nicht mehr die augen offenhalten.
  7. Verlust* des Körper- und Raumgefühls
  8. Verlust* der Orientierung
  9. Verlust* des Zeitgefühls
  10. Bewußtlosigkeit

Unter "Verlust*" ist nicht ein Verschwinden der jeweiligen Fähigkeit zu verstehen, sondern eher ein Zustand, in dem die Fähigkeit zu einem "Ersatz" verformt wird.

Diese Symptome sind teilweise identisch mit den gewünschten Rauschwirkungen. Zusätzlich zu den objektiv beschreibbaren Symptomen kommt es zu einem 'Trip'. Nicht jeder findet diesen angenehm oder erstrebenswert.

Nach der Wirkung kann es zu Übelkeit kommen.

[edit] Der Trip

[edit] Körpergefühl

Das Körpergefühl unter Ketamin ist 'bizarr'. Nach einer anfänglichen Paralyse mit angespannten Muskeln kommt es zu Eindrücken der Bewegung. Diese verstärken sich und enden mitunter in einem völligen Verlust oder Verzerrung des Gefühls für den Körper. Der Körper scheint zu zerfließen, zerstückelt, verbogen oder woanders zu sein. Für jemanden, der darauf nicht gefaßt ist, kann es vermutlich leicht in Angstzuständen enden.

Gekoppelt mit dem veränderten Körpergefühl ist eine veränderte Raumwahrnehmung. Man scheint in Taschen des Raumes zu gleiten, die vorher nicht da waren, an andere Plätze zu gelangen.

[edit] Gedanken

Das Denken unter Ketamin ist mindestens genauso bizarr wie das Körpergefühl. Die Gedanken werden schneller, gleichzeitig scheinen sie auch flacher, oberflächlicher. Nach einiger Zeit versinken sie in einer Art 'Sumpf', einem Zustand, in dem andere Bedeutungen erlangt werden, in dem ferne Erinnerungen näher kommen. Das Denken wird abgelöst von einer archaischeren, unmittelbareren Art der Erkenntnis, ähnlich der, die wir im Traum erfahren.

[edit] Halluzinationen

Bei Geschlossenen Augen kann es zu farbenfrohen Visionen kommen, die gelegentlich (nicht immer) im Zusammenhang mit Gedanken stehen. In der Regel beginnen die Visionen ähnlich wie hypnagoge Hallunzinationen (das, was manche Leute vor dem Schlaf haben - dunkle oder farbige Kreise, Punkte, Sterne etc.) und formen sich zu komplexen, sehr räumlichen, surrealistischen Szenen.

[edit] Der Peak

Der Höhepunkt der Erfahrung ist ein Gefühl des Zerfallens, des Fallens, des Zerstörtwerdens. An Stelle des Ichs tritt ein Restwesen, das sich an einigen Gedankenfetzen und Bildern festhält. Es Stellt keine Fragen mehr, es erhält auch keine Antworten, es denkt nicht mehr und es fühlt nicht mehr. Von der Intensität überwältigt spürt es seinen eigenen Atem und ruht in sich selber, geblendet von den Resten der Welt, in der es einst lebte. Es ist still, da es weder reden noch denken noch sich bewegen kann, und wartet aufmerksam. Vielleicht findet es einen Moment lang Ruhe.

[edit] Abklingen

Sacht, fast unbemerkt, kommt das Alltagsbewußtsein zurück. Man liegt still und ruht sich aus.

[edit] Sucht =

Ketamin kann Süchtig machen, wenn man die Erfahrung genießen kann. Wie bei allen Drogen gilt: aufpassen.

[edit] Schluß

ein tiefer ort ist der brunnen
einmal hinein einmal hinaus
ein kleiner moment ruhe dort unten
wie gemacht für sartres ferienhaus
einmalig gewiß... einmal.

[edit] Wirkmechanismus

Wirkort und -mechanismen der vielfältigen Ketamin-Effekte sind noch nicht restlos geklärt. Der am meisten relevante Wirkort befindet sich am N-Methyl-D-Aspartat (NMDA)-Rezeptorkomplex. Es handelt sich dabei um einen komplexen Subtyp des Glutamat-Rezeptors mit mehreren Bindungsstellen. Die Aminosäure Glutamat ist ein wichtiger Neurotransmitter des Zentralen Nervensystems (ZNS), wo sie einen Kalziumeinstrom bewirkt, der vielfältige intrazelluläre Prozesse induziert. Ketamin hat dort eine nicht ausgleichbare antagonistische Wirkung unter Verwendung der Phenzyklidin-Bindungsstelle am NMDA-Rezeptor. Ketamin hemmt ebenfalls die NMDA-unempfindlichen Glutamatrezeptoren. Weiterhin wirkt es hemmend auf die periphere Wiederaufnahme von Katecholaminen (Gruppenbezeichnung für die aromatischen Amine Adrenalin, Noradrenalin und deren Vorstufe Dopamin, die im Nebennierenmark gebildet werden) an synaptischen Endplatte mit Verstärkung endogener, wie exogener Katecholamineffekte. Dadurch wird die zentrale und periphere monoaminergene Übertragung verstärkt. Ketamin beeinflusst das cholinergene System, in dem es die NMDA-Rezeptor-abhängige Acetylcholin-Freisetzung verhindert. Nikotinergene und muskarinergene Rezeptoren werden davon relevant beeinflusst. Es gibt Hinweise auf eine zumindest teilweise Vermittlung der analgetischen und dysphorischen Wirkungen über agonistische Wirkungen auf Opiat-Rezeptoren. Jedoch ist diese 10.000-fach geringer als bei Morphinum. Es wurde auch gezeigt, daß der GABA-Rezeptorkanal (GABA-LOC, ligand-operated ion channels) einen Wirkort von Ketamin darstellt. Es verhindert vermutlich die Freisetzung von GABA, Serotonin, Dopamin und Norepinephrin. Weiterhin kommt es zu einer ausgeprägten kardiovaskulären Stimulation ie erhöhtes Herzvolumen, gesteigerte Herzfrequenz, erhöhter Puls und erhöhter Venendruck, bzw. Arteriendruck. Durch Überstimulation des ZNS oder Induktion eines kataleptischen Stadiums wird eine Amnesie ausgelöst. Das thalamoneocorticale System wird gedämpft, das limbische aktiviert. Ketamin wirkt auf das periphere Nervensystem sowohl depressiv (durch Blockade des Membranstroms) als auch exzitatorisch (durch Modifikation der Natrium-Kanal-Fraktion). Es hat nur geringe viscale analgetische Effekte, dafür aber ausgeprägte somatische. Protektive Reflexe wie Lidschlag-, Husten-, Schluck-, Pharyngealreflex (Würgereflex) werden nicht beeinträchtigt.

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