Irakkrieg

From S23Wiki

(ohne worte)

http://www.tagesschau.de/styles/container/image/style_images_default/0,1307,OID4076982,00.jpg Roboter "Talon"

entnommen aus den tagesthemen, 19.02.2005

[edit] US-Militär im Irak

[edit] USA setzen bewaffnete Roboter im Irak ein

Die neuen Mustersoldaten aus den USA sind metallen und mit einem High-Tech-Chip ausgestattet. Es sind bewaffnete Roboter namens S.w.o.r.d.s., 18 dieser Metall-Kameraden will Verteidigungsminister Rumsfeld ab April an die Front in den Irak schicken.

  • Von Georg Schwarte, NDR-Hörfunkkorrespondent Washington


Er ist ein echter Mustersoldat. Er hat keinen Hunger, kriegt keinen Sold, kennt keine Angst und hat keine Verwandten. Und wenn der Einsatz vorbei ist, stellen seine Vorgesetzten ihn bis zum nächsten Krieg einfach in den Geräteschuppen. Verteidigungsminister Rumsfeld jedenfalls will ab April im Irak auf diesen Mustersoldaten setzen, auf 18 bewaffnete Roboter namens S.w.o.r.d.s. (Special Weapons Observation Reconnaissance Detection System).

Ein Feuerstoß. Bis zu eintausend Schuss pro Minute kann dieser erste mit einem Maschinengewehr bewaffnete Roboter abfeuern. Wo Soldaten aus Fleisch und Blut längst nicht mehr treffen, S.w.o.r.d.s. trifft ohne zu verwackeln. Auf zwei Kilometer beispielsweise ein Ziel so groß wie ein Eurostück. Arnes Mangolis ist Vizepräsident der Roboterschmiede Foster-Miller, die den Maschinensoldaten baut. Er sagt voraus, dieser Kampfroboter werde helfen, die Verluste der US-Armee dramatisch zu senken. Vom Bombenentschärfer zum bewaffneten Soldaten

Schon seit dem Jahr 2000 nutzt das Pentagon einen ähnlichen, aber unbewaffneten Roboter namens Talon zum Entschärfen von Bomben. Frustrierte Marines, deren Kameraden Tag für Tag im Irak durch Hinterhalte oder Spengfallen ums Leben kamen, forderten irgendwann: "Gebt uns endlich einen bewaffneten Roboter!" "Wenn man einen solchen Roboter dann da einsetzen kann, wo sonst Soldaten durch Minen, Scharfschützen oder Sprengfallen gefährdet wären, ist das ein riesiger Fortschritt", sagt Arnes Mangolis.

Das Prinzip ist denkbar simpel: Ein Soldat kommandiert die knapp 90 Zentimeter große, sich per Kettenantrieb fortbewegende Roboterplattform per Fernsteuerung. Reichweite tausend Meter, vier Stunden Betriebszeit, Höchstgschwindigkeit zehn Stundenkilometer -Treppensteigen inklusive. Feuerbefehl: Per Knopfdruck nach dem Gameboy-Prinzip. Bewaffnung: Ein Maschinengewehr oder ein ebenfalls vorgesehener Raketenwerferaufbau.

Schon vor fünf Jahren hatte der amerikanische Kongress dem Pentagon aufgetragen: Ein Drittel aller Fahrzeuge und ein Drittel aller Bomber in der Luft sollten binnen eines Jahrzehnts unbemannt betrieben werden können. Und jetzt fließen 127 Milliarden in das Rüstungsprogramm namens "Future Combat-System". Rüstungsexperten prognostizieren 20 Prozent Plus für den Verteidigungshaushalt allein durch das Projekt der Maschinenkrieger. Aber: Roboter helfen auch zu sparen. Sie kriegen keine Rente. Schon jetzt weiß das Pentagon nämlich nicht, woher es viele Milliarden Dollar für anstehende Pensionszahlungen nehmen soll. Ein US-Soldat kostet im Schnitt inklusive Ausbildung, Ausrüstung Sold und Pension vier Millionen Dollar. Der Kampfroboter S.w.o.r.d.s. weniger als ein Zehntel. Kritiker allerdings bekommen Gänsehaut. Sie denken beim Einsatz von Kampfrobotern eher an den amoklaufenden Terminator aus dem Kino.

[edit] Ein Roboter urteilt über Leben und Tod?

Während aber der Terminator im Film selbständig denkt, entscheidet schießt und tötet, soll bei den Kampfrobotern der US-Armee vorerst stets ein Soldat per Fernsteuerung die Verantwortung tragen. Trotzdem: Im Pentagon beschäftigen sich schon jetzt die Juristen mit der Frage, ob künftig Roboter im Kriegseinsatz über Leben und Tod entscheiden können und dürfen.

Abgesehen vom bald im Irak eingesetzten erfolgreich getesteten Modell S.w.o.r.d.s. ist es um die Armeeroboter allerdings bisher eher schlecht bestellt. Bei einem Test der Forschungsabteilung des Pentagon in der Mojawewüste traten im März des Vorjahres 15 Prototypen an. Aufgabe: 200 Kilometer Fahrt durch unwegsames Gelände. Preisgeld: eine Million Dollar. Schon vier Stunden später hatte sich jeder Roboter zu Schrott gefahren

Personal tools