Epena
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[edit] Virola ssp. Parikabaum, Talgmuskatnußbaum
[edit] Familie
Myristicaceae (Muskatnußgewächse); 6 Sektionen
[edit] Psychoaktiv genutzte Arten (und Synonyme)
Die Gattung Virola umfaßt ca. 40 Arten, die alle im tropischen (Süd-)Amerika heimisch sind (PLOTKIN und SCHULTES 1990: 357). Andere nennen 45 bis 60 Arten (HOLMSTEDT et al. 1982: 217). Virola-Arten, die zu psychoaktiven Schnupfpulvern verwendet werden (SCHULTES 1979):
Virola calophylla WARB. [syn. Myristica calophylla SPRUCE, Virola incolor WARB., Otoba incolor KARSTEN ex WARB.] Virola calophylloidea MARKGRAF [syn. Virola lepidota A.C. SMITH] Virola cuspidata (BENTH.) WARB. Virola elongata (SPRUCE ex BENTH.) WARB. [syn. Virola cuspidata (SPRUCE) WARB, Virola rufula WARB.] Virola loretensis A.C. SMITH Virola pavonis (DC.) A.C. SMITH Virola rufula (MART. ex A. DC.) WARB. (fraglich) Virola surinamensis (ROL.) WARB. Virola theiodora (SPRUCE ex BENTH.) WARB. [Einige Autoren betrachten V. calophylla und V. elongata als Synonyme von V. theiodora (BRENNEISEN und HASLER 1994: 1157) Virola venosa (BENTH.) WARB. Virola-Arten, die als oral aktive Halluzinogene verwendet werden: Virola duckei A.C. SMITH (Huapa blanca) Virola elongata (SPRUCE ex BENTH.) WARB. Virola loretensis A.C. SM ITH Virola pavonis (DC.) A.C. SMITH Virola peruviana (A. DC.) WARB. Virola surinamensis (ROL.) WARB.
[edit] Volkstümliche Namen
Are-de-ye, Camaticaro, Cedrillo, Cozoiba, Cuajo, Cudo rebalsero, Cumala3'1, Cumala caspi, Ebene, Epena, Epena, Huapa, Isioma, Jakuana, Jeajeamadou, K-de'-ko, Ko-gä, Koöna, Krüdeeko, Machfara-a, Nyakwana, Pa-ree-kä, Paricäj'1, Parika, Parikana, Parikaranä, Rapä, Ra-se-ne-mee, Rosenameti, Rose-nemee, Sangerino, Shomiä, Tchkiana, Trompillo, Tsu-nem, Ucuba, Ucufe-ey, Ucuüba preta, Uucuba, Vihö, Yä-kee, Yakee, Yakoana, Yakohana, Yakohana-hi, Yä-to, Yeag aseiin Geschichtliches Der Gebrauch von verschiedenen Virola-Arten als rituelle Schnupfpulver wurde erst in den fünfziger Jahren dieses Jahrhunderts vom amerikanischen Ethnobotaniker Richard Evans Schultes entdeckt, der sich selbst darüber wunderte, daß dieser Tatbestand nicht vorher bemerkt wurde (SCHULTES 1954). Die einzige frühere Angabe stammte von dem brasilianischen Botaniker Adolpho Ducke, der schrieb, daß die Indianer am Rio Negro aus den Blättern von Virola theiodora und Virola cuspidata ein Schnupfpulver namens paricä herstellen (HOLMSTEDT et al. 1982: 216). Erstaunlicherweise hatte Richard Spruce bereits zwischen 1851 und 1854 botanisches Material verschiedener Virola-Arten gesammelt, ohne daß ihm der psychoaktive Gebrauch der Rinde aufgefallen war (SCHULTES 1983c*).
[edit] Verbreitung
Das Hauptverbreitungsgebiet liegt vor allem in Amazonien und angrenzenden tropischen Gebieten (Brasilien, Kolumbien, Peru, Venezuela). Manche Arten kommen auch in den tropischen Zonen Zentralamerikas vor (BRENNEISEN und HASLER 1994: 1154, SCHULTES 1955: 79f.*). Selbst in Südmexiko und Guatemala gibt es eine Art [ Virola guatemalensis (HEMSL.) WARD.; sie heißt in Chiapas cacao volador, ╗Kakao-Fluggerät½-119 (MARTiNEZ 1987: 1238 ).
[edit] Anbau
In Amazonien werden die Bäume anscheinend nicht angebaut; Informationen über mögliche Kultivierungsformen liegen nicht vor. Bisher ist anscheinend niemandem die Kultivierung gelungen (mündliche Mitteilung von Rob Montgomery).
[edit] Aussehen
Die Virola-Arten sind große, bis zu 30 Meter hohe Bäume mit ungeteilten, ganzrandigen, fiedernervigen Blättern ohne Nebenblätter. Die winzigen Blüten, die in Rispen stehen, sind zweihäusig. Die Früchte sind rundlich-oval. Die Blätter können eine Länge von über 30 cm erreichen. Die einzelnen Arten lassen sich nur sehr schwer voneinander unterscheiden.
[edit] Droge
Harze (= Latex, Exsudat) bzw. Innenrinde (Kambium )
[edit] Ethnobotanisch bedeutsame Virola-Arten
(Nach DUKE und VASQUEZ 1994: 174ff.*; sowie BELoz 1992, SCHULTES et al. 1977; modifiziert und ergänzt) Botanischer Name Indianische(r) Name(n) Gebrauch (andere als cumala) Arten, die als cumala blanca bekannt sind: Virola calophylla WARB. epenä Schnupfpulver (Bora, Huitoto) Virola divergens DUCKE Virola elongata (BENTH.) WARB. anya huapa Dekokt aus Zweigspitzen ko-de-kofür arthritische Schwellungen (Barasana); Schnupfpulver; orales Halluzinogen (Bora) Virola flexuosa A.C. SMITH caupuri de altura Insektenschutzmittel huapa, pucuna huapa Virola loretensis A.C. SMITH Halluzinogen (Huitoto) Virola peruviana (DC.) A.C. SMITH sacha annona Rinde als Halluzinogen sacha avio ichilla muyu sebu Virola sebifera AUBL. Volksmedizin [syn. Myristica sebifera (AUBL.) S.W.] Virola surinamensis (ROL.) WARB. Nyakwana, Schnupfpulver Ucuba (Bora, Huitoto) DiaruLatex zur Behandlung von Backengeschwüren (Warao) CaupuriAyahauscaadditive (Iquitos) Cumala colorada orales Halluzinogen (Bora) Arten, die als cumala negra bekannt sind: Virola decorticans DUCKE Blättersaft zum Zähneschneiden (Jibaro) Virola multinerva DUCKE ila yura Nutzholz Arten, die als aguano cumala bekannt sind: Virola albidiflora DUCKE Harz zur Wundbehandlung (Kumeo, Tukano) Virola pavonis (DC.) A.C. SMITH caupuri del bajo Schnupfpulver cedro ajua (Bora, Huitoto) puliu huapa pucuna huapa huachig caspi orales Halluzinogen (Bora)
[edit] Zubereitung und Dosierung
Das Harz bzw. Latex (meist oorti oder yri-keeoorn genannt) der Virola-Arten kann auf verschiedene Weise gewonnen werden. Man kann die Rinde ritzen oder flächenweise abtragen oder die Innenrinde (Kambium) erwärmen und so das Harz ausschwitzen lassen. Da das reine Harz klebrig ist, wird es meist mit Pflanzenasche, z.B. von der Rinde eines wilden Kakaobaumes (Theobroma stibincaniirn MART.; vgl. Theobroma spp.) oder auch mit Muschelkalk (von gebrannten Süßwassermuscheln) vermischt und dann zermahlen (SCHULTES 1954: 247ff.). Ohne Beigabe von (alkalischer) Pflanzenasche hat das Schnupfpulver anscheinend keine Wirkung. Die Indianer sagen, daß man die Rinde am frühen Morgen, noch bevor die Sonne auf den Stamm fällt, ernten muß, da sonst die Kraft des Pulvers verfliegt. Die Sonnenstrahlen sollen die Wirkung stark beeinträchtigen (SCHULTES 1954: 248). Die Dosis für schamanische Zwecke wird mit einem leicht gehäuften Teelöffel des mit Pflanzenasche vermischten Harzpulvers angegeben. Diese Menge wird gewöhnlich in kurzen Intervallen (15 bis 20 Minuten) dreimal hintereinander geschnupft (SCHULTES 1954: 250). Manche Amazonasstämme stellen ihre Schnupfpulver aus dem eingetrockneten Rindensaft der verschiedenen Virola-Arten und der Asche von Theobroma siibincariiirn MARTIUS oder getrockneten Blättern der justicia pectoralis JACQUIN her (SCHULTES und HOLMSTEDT 1968). Die Desana vom kolumbianischen Vaupes benutzen die Innenrinde der Arten Virola calophylla, V. calophylloidea und V. theiodora für ihre Schnupfpulver. Entsprechend dem rituellen Anlaß und der gewünschten Wirkung werden der feingemahlenen Rinde pulverisierte Tabakblätter (Nicotiana tabacum), pulverisierte Cocablätter (Erythroxylum coca var. ipadu), die Asche von CecropiaBlättern, pulverisierte Rindenstücke von Banisteriopsis spp. oder der von Stalaktiten gekratzte Kalk zugesetzt (REICHEL-DOLMATOFF 1979: 32f.). Zur oralen Einnahme werden andere Rezepte verwendet. Die kolumbianischen Huftoto kochen den Saft so lange ein, bis er eine sirupartige Konsistenz annimmt. Der eingedickte Saft wird dann zu bohnengroßen Kugeln gerollt und mit der Asche von Glistavia poeppigiana BERG ex MARTIUS umhüllt. Drei bis sechs dieser Kügelchen werden geschluckt oder in Wasser aufgelöst und getrunken (SCHULTES 1969). Der orale Gebrauch scheint jedoch durch erhöhten Akkulturationsdruck im Verschwinden begriffen zu sein (SCHULTEs et al. 1977: 259). Auch die peruanischen Bora und Huitoto kannten den oralen Gebrauch. Sie haben die Innenrinde (Kambium) verschiedener
[edit] Arten
(besonders Virola elorigcatcl) aus- und eingekocht, bis eine ko'do genannte Paste entstand, die ohne weitere Verarbeitung geschluckt wurde. Die Paste wird andernorts auch mit der Asche von einer Art der Gattung Carltidovica (Cyclanthaceae; vgl. BRISTOL 1961) und den Blättern einer Palme der Gattung Scheelea vermischt (SCHULTEs et al. 1977: 262f.). Zudem wird die ╗Salz½ genannte Asche von der Rinde des großen Baumes Eschweilera itayensis KUNTH (Lecythidiaceae) sowie die Asche aus Knospen und Blättern von Spathiphyllum cannaefolium (DRYAND.) SCHOTT (Araceae) für den selben Zweck zugesetzt (SCHULTES 1979: 228). Manche Virola-Arten dienen als Ayahuascaadditive: So wird von einigen Schamanen in Iquitos dem Ayahuascatrank Virola surinarnensis zugesetzt, damit durch den Ayahuascagenuß ╗Medizin gelehrt½ wird.
[edit] Rituelle Verwendung
Die Bora und Huitoto im Orinokogebiet benutzen Virola calophylla als Schnupfpulver sowie auch oral als Halluzinogen. Auch aus dem Kambium von Virola elongata und Virola siirinarriensis stellen sie ein Schnupfpulver her. Die Art Virola pavonis wird von ihnen ebenfalls halluzinogen genutzt. Meist nehmen nur Schamanen dieses anscheinend heftig wirkende Schnupfpulver, um Krankheiten zu diagnostizieren. Bei den Desana ist der Gebrauch von Virola-Schnupfpulvern (vihö) sehr häufig. Meist wird es nur vom Schamanen zur Diagnose von Krankheiten geschnupft. Allerdings müssen alle Knaben, die zum Manne initiiert werden, bei der Einweihungsfeier lernen, wie das Pulver zubereitet wird, und müssen es erstmals benutzen (REICHEL-DOLMATOFF 1979). Viele Männer nehmen es zusätzlich zu Ayahuasca ein. Die Quichua von Ecuador benutzen das gekochte Rindensekret von Virola duckei A.C. SMITH als oral wirksames Halluzinogen (BENNETT und ALARC╓N 1994). Leider sind die genauen rituellen Anwendungen bisher nicht dokumentiert worden. Die Yanomamö (= Waika) benutzen Virola theiodora nicht nur als schamanisches Halluzinogen, sondern ebenfalls als Pfeilgift (SOARES MAIA und RODRIGUES 1974). Auch Virola elongata wird zur Herstellung von Pfeilgiften gebraucht (MACRAE und TowERS 1984). Stämme, die Virola-Arten zur Bereitung psychoaktiver Drogen benutzen, sind: Puinave vom Rio Inirida, Kuripakos vom Rio Guainia, Kubeo, Tukano, Desana, Papuri, Barasana, Makuna vom Rio Piraparanä, Taiwanos vom Rio Kananari, Tukanos vom brasilianischen Abschnitt des Rio Vaupes, verschiedene kleine Stämme vom Rio Issana, brasilianische und venezolanische Yanomamö/Waika, Mundurukü1'°, Huitoto (= Witoto), Bora und vermutlich noch weitere Stämme oder Ethnien.
[edit] Artefakte
Außer gewissen Schnupfröhren und anderen Paraphernalia ist bisher nichts bekannt (vgl. Schnupfpulver).
[edit] Medizinische Anwendung
Die getrocknete Innenrinde von Virola sebifera wird von venezolanischen Schamanen bei Tänzen zur Behandlung von Fiebererkrankungen geraucht (ALTSCHUL 1973: 76*, PLOTKIN und SCHULTES 1990: 357). Die Rinde, unter den Namen wircaweiyek oder erika-bai-yek bekannt, wird zur Vertreibung böser Geister gekocht (ALTSCHUL 1973: 76*). Eine bisher nicht näher bestimmte Virola-Art soll als Verhütungsmittel im Gebrauch sein (PLOTKIN und SCHULTES 1990: 357). Verschiedene Virola-Arten gelten als Hirnstimulantien und sollen sowohl das Erinnerungsvermögen als auch die Intelligenz steigern (PLOTKIN und SCHULTES 1990: 357.) Viele Virola-Arten [z.B. V. elongata, V. melinonii (BENTH.) A.C. SMITH, V. sebifera, V. surinamensis] werden volksmedizinisch zur Behandlung von Hautkrankheiten verwendet (BRENNEISEN und HASLER 1994: 1158, PLOTKIN und SCHULTES 1990: 358ff.). Die Urtinktur aus Virola sebifera (Arzneimittelgehalt 1/10) wird unter dem Namen ╗Myristica sebifera hom. HAB 34½ (auch HPUS88) in der Homöopathie, u.a. bei Eiterungen, verwendet (BRENNEISEN und HASLER 1994: 1157). Das Mittel gilt als eine ╗Arznei von großer antiseptischer Kraft½ (BOERICKE 1992: 532*). Es wird auch in zusammengesetzten homöopathischen Mitteln, z.B. ╗ Sulfur Pentarkan½, bestehend aus Schwefel, Atropa belladonna, Quecksilber, ╗Myristica sebifera½ und Kieselsäure, benutzt.
[edit] Inhaltsstoffe
Früher glaubte man, daß das wirksame Prinzip in den Paricädrogen das Myristicin (vgl. Myristica fragrans) sei (SCHULTES 1954: 247). Diese Vermutung konnte aber nicht bestätigt werden. Viele Virola-Arten enthalten Tryptamine (N,NDMT, 5-Me0-DMT u.a.) und ß-Carboline; manche, z.B. Virola cuspidentata, sogar Harmanderivate (6-Methoxyharmalan, 6-Methoxyharman, 6-Methoxytetrahydroharman) sowie Diarylpropane vom Typus des Virolans und des Virolins (BRENNEISEN und HASLER 1994: 1154). Die meisten untersuchten Virola-Arten enthalten Tryptamine, am häufigsten DMT (HOLMSTEDT et al. 1982). Virola calophylla enthält NN-DMT, MMT, 5-Me0-DMT, 5-Me0-MMT und ß-Carboline (DUKE und VASQUEZ 1994: 174). Erstaunlicherweise sind im Latex der Arten oder Individuen, die reichlich rotes Harz produzieren, keine psychoaktiven Indole und Tryptamine gefunden worden (SCHULTEs et al. 1977: 260). In der Rinde sind MMT, DMT und 5-Me0-DMT nachgewiesen worden (FARNSWORTH 1968: 10880. Im Harz von Virola theiodora sind 8% 5-Me0DMT enthalten (SOARES MAIA und RODRIGUES 1974). Die Rinde von Virola elongata enthält neben Harz Sesartemin und Yaugambin, Substanzen, die angeblich die Aggressivität hemmen. Obwohl in Virola surinamensis bisher kein eigentlicher Wirkstoff gefunden wurde (im Latex sind Diarylpropanoide, Neolignane und langkettige Ester enthalten; BARATA et al. 1978, GOTTLIEB et al. 1973), ist die pharmakologische Aktivität doch experimentell bewiesen (BELOZ 1992). Langkettige Ester sind in vielen Virola-Arten enthalten (KAWANISHI und HASHIMOTO 1987). Die Samen enthalten reichlich ╓l, das unter den Namen Virola fat, Ucuüba oder Ucuüba butter gehandelt wird und an Kakaobutter erinnert (daraus werden sogar Kerzen hergestellt; PLOTKIN und SCHULTES 1990: 357).
[edit] Wirkung
Die Wirkung des Virola-Schnupfpulvers wird als sehr heftig und als nicht unbedingt angenehm beschrieben. Schultes berichtet bei seinem Selbstversuch fast nur von unangenehmen Nebenwirkungen (starker Kopfschmerz, Augendruck, Koordinationsstörungen usw.). Schamanen fallen gewöhnlich in einen schlafähnlichen Trancezustand, der von Träumen und Halluzinationen begleitet wird. Es wurde sogar berichtet, daß ein Schamane unter dem Einfluß des Virola-Pulvers gestorben sei (SCHULTES 1954: 251). Die kolumbianischen Desana beschreiben die Wirkung des Schnupfpulvers so: ╗Diese Virola-Rinde, diese lichtvollen Tupfen, sie dringen in uns ein und machen uns schwindelig/benommen.½ (REICHEL-DOLMATOFF 1979: 36). Die Harze verschiedener Virola-Arten, besonders Virola elongata, haben pilzhemmende Wirkungen (DUKE und VASQUEZ 1994). Ob die orale Einnahme tatsächlich zu halluzinatorischen Erfahrung führen kann, ist ungewiß: ╗Die Wirksamkeit der peroralen Applikationsform (Pillen, Pasten etc.) ist vor allem hinsichtlich der Rolle der Monoaminooxidase und damit die metabolische Inaktivierung der Tryptaminderivate hemmenden ß-Carbolinderivate umstritten, da diese Alkaloide in der Regel biogen nur in geringen Mengen vorliegen. Es ist allerdings denkbar, daß diese Alkaloide größtenteils erst bei der Verarbeitung des Rindenexsudates als Artefakte von Tryptaminealkaloiden entstehen. Es wird vermutet, daß andere Virola- Inhaltsstoffe, z.B. Flavonoide, Neolignane und Diarylpropane, als Antioxidantien den oxidativen First-pass-Abbau der Tryptaminalkaloide durch MAO, mischfunktionellen Oxigenasen, unspezifisch hemmen und damit die perorale Wirksamkeit erhöhen können.½ (BRENNEISEN und HASLER 1994: 1158)
[edit] Marktformen und Vorschriften
Keine, außer für die Herstellung der ╗ Myristica sebifera½ genannten Urtinktur (Vgl. BRENNEISEN und HASLER 1994: 1157).
(Aus Christian Rätsch: "Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen")

